Donnerstag, 17. August 2017

Rezension --> Victoria Suffrage - ... also nachm Regenbogen um sechs Uhr abends


Schwierige, alltägliche Themen behandelt Victoria in ihrem neuesten Werk, es geht um Verlust, Demenz, Behinderung, Krankheit, Nachbarschaft und Abschied .....


Bisher war mir diese Autorin unbekannt, aber das war einmal, denn nun werde ich aufpassen, was sie in Zukunft noch so von sich gibt. 


Trotz der belastenden Themen schreibt Victoria mit einer Leichtigkeit darüber, dass ich fast an einem Abend fertig wurde mit dem Büchlein. 

Nichts ist so tierisch ernst wie es oft gesehen wird und es kann allem Negativen noch was Positives entgegen gehalten werden, so empfindet zumindest Paul, der seine Frau vorausgehen lassen musste und mit der behinderten Tochter alleine leben muss, sehr zum Leidwesen der Nachbarn. 
Paul wäre auch schon lange verzweifelt, wenn da nicht Alex wäre, der Altenpfleger. 

Nachdenken ließ mich das Buch, erinnerte mich an die Zeit, die ich als Helferin in einem Altenheim verbrachte. 
Ich musste aber auch schmunzeln über den schwarzen Humor von Paul, den er ab und an durchblitzen ließ. 
Und die Hoffnung, die stirbt ja zuletzt, denn hinterm Regenbogen wartet seine Lissy auf ihn, die er sehnlichst vermisst. 

Fünf Chaospunkte für die durchaus lesenswerte Darstellung aus der Sicht eines Betroffenen.

 

Rezension --> Pea Jung - Hit the Boss


Nervös ist Sharon, total nervös und sie versucht dies mit Hand und Fuß ihrer besten Freundin und Mitbewohnerin auf dem Weg zum Vorstellungsgespräch klarzumachen. 
Dumm nur, dass sie dabei einem Geschäftsmann einen Schlag in den Bauch verpasst. 
Noch viel dümmer allerdings, dass ausgerechnet der während des Gespräches mit ihrem neuen Chef auftaucht. 
Und nicht nur bei diesem Gespräch, immer wieder läuft er ihr über den Weg in der neuen Firma, ohne dass sie weiß, wer er ist und welche Funktion er inne hat. 
Nicht, dass sie sich nicht hingezogen fühlt, zu dem Kerl, aber nach der Enttäuschung mit ihrem Ex hat sie erst mal die Nase voll von Männern.


Romantisch, witzig, dramatisch und kriminell steht im Klappentext und dem kann ich nur zustimmen. 


Das neueste Werk von Pea war mein erstes von ihr, allerdings sicher nicht mein letztes, denn sie schreibt, dass ich alles um mich vergessen habe und viel zu schnell durch die 400 Seiten durch war *seufz. 
Ich hätte noch stundenlang schmökern können, denn der Schlagabtausch ließ mich immer wieder lachen, die Art von Sharon ließ mich grübeln, das Verhalten von Gionata ärgerte mich und das von Bernadette machte mich wütend. 

Die Charaktere werden jeder für sich beispielhaft und bildhaft dargestellt, sodass ich ganz viele Bilder in meinem Kopf hatte. 

Das Cover ist ungewöhnlich, mal was ganz anderes, durchaus sehenswert. Von mir fünf Chaospunkte für zwei vergnügliche Lesetage.

 

Rezension --> Ivy Bell - Als Lilly schlief


Nach einem Unfall wird Lilly im Koma mit alten Begebenheiten konfrontiert, die sie bisher nicht wirklich verarbeitet hat. 

Sophie und Eva, zwei Nachbarinnen, die sich absolut nicht grün sind, lernen Lilly durch diesen Unfall kennen und dadurch verändert sich auch deren Leben komplett.



Interessant, wie die junge Autorin in ihrem Erstlingswerk die Leben dieser drei Frauen miteinander verknüpft, 

spannungsreich, wie aus fremden und *verfeindeten* Menschen Freunde werden können, 
packend, wie aus drei einzelnen Leben eines werden kann mit einem gemeinsamen Ziel und einer kollektiven Aufgabe. 

Ich habe mich wohl gefühlt in der Geschichte, was sicher auch am Schreibstil lag, der mich das Buch kaum aus der Hand legen ließ. 

Schlicht und anmutig das Cover, das sicher in der Fülle der überladenen Cover gewinnend auffällt. Weiter so, Ivy. Vier Chaospunkte

 

Rezension --> Burga Hencken - Tessas Gabe, Fluch oder Segen?


Tessa wächst bei der Großmutter auf und kann nicht fassen, dass diese stirbt. Sie fühlt sich trotz ihrer lieben Freunde allein und einsam. Vor allem, weil sie merkt, dass sie nicht wie andere Menschen ist, aber ihr Anderssein nicht fassen kann. 
Dabei hilft ihr weder ihr Studium, noch die unerwartete Erbschaft der Großmutter. Erst während einer psychomatischen Kur lernt sie, sich und das, was in ihr steckt, anzunehmen und damit zu leben.




Sicher kein Buch für jeden, einen esoterischen Touch sollte der Leser schon haben, dann ist es eine liebevolle Geschichte über eine junge Frau, die weiß, dass etwas bei ihr nicht so ist, wie beim Gros der Menschheit. 


Sie erkennt zu spät, dass sie mehr mit ihrer Oma hätte reden und nicht immer fliehen sollen, sobald diese ein bestimmtes Thema angeschnitten hat, das der Großmutter so wichtig war. 
Aber es ist nie zu spät, um sich selber so anzunehmen, wie man ist. 

Einfühlsam beschreibt Burga, wie Tessa ihre Gabe erkennt und lernt, sie anzunehmen. 
Und wie sie anderen Menschen damit helfen kann. 
Ganz wichtig ist dabei auch Freundschaft. 

Sehr nachdenklich hat mich die Autorin mal wieder gemacht und ich werde das Büchlein wohl noch öfter in die Hand nehmen und darin blättern, danke dafür. Vier Chaospunkte von mir.

Rezension --> Joshua Tree - Pilgrim 1, Die Rebellen


Mitten im Meer, im weiten, endlosen Meer ragt ein Berg in die Höhe, auf dem die Bewohner mit dem Hatori leben, uns auch als mystische Magie bekannt. Fünf Freunde, darunter der Prinz von Pilgrim, erkennen, dass nicht alles so ist, wie es scheint. 

Wohin verschwinden die über 40 jährigen? 


Welche Macht hat die Weltenblume tatsächlich?


Der Prolog diesen Buches brachte mich fast dazu, mir eine andere Geschichte auf dem Reader auszusuchen, denn irgendwie war mir das Geschriebene zu hoch (ich weiß, warum ich keine SciFi-Romane lese), doch ich kämpfte mich durch (schließlich habe ich ein Limit, wie viel ich lese, ehe ich ein Buch beiseite lege und das war mit dem Prolog lange nicht erreicht). Und es war gut so, denn nach der Einführung ging es ganz anders weiter, so überzeugend, dass ich unbedingt weiterlesen möchte. 


Die Geschichte ist faszinierend, schreit ganz laut nach mehr und der Autor hat es mit seinem Debüt geschafft mich für sich einzunehmen. 
Er schreibt flüssig und - wenn es um Fantasy geht - leicht verständlich. 
Es ist faszinierend, wie die Bewohner von Pilgrim andere *Welten* kennenlernen und teilweise so dastehen wie ich vor der SciFi, nämlich etwas überfordert. 

Das Cover passt wunderbar und ist beim ersten Betrachten geheimnisvoll, wobei der Klappentext dann schon etliche Rätsel aufdeckt. 

Von mir für das Debüt von Joshua vier Chaospunkte.